Investition in den Standort Blumenthal

Rönnebeck. Dennis Witthus ist mit Leib und Seele Blumenthaler.

Als Geschäftsmann – er ist Inhaber des Witthus Heimtex-Fachmarktes – ist er zudem vom Gewerbestandort Blumenthal überzeugt. Nicht ausschließlich darum, aber auch als Bekenntnis und Beitrag zum Wachstum, investiert er in die Erweiterung seines Fachmarktes an der Heidlerchenstraße 1,2 Millionen Euro.

Das würde Witthus lassen, wenn er daran zweifeln würde, dass es für den Stadtteil Blumenthal bergauf geht. Allerdings hat er auch ganz konkrete Vorstellungen, was unter anderem unbedingt gebraucht wird, damit daraus Realität wird: mehr Wohnungsbau, ein professionelles Stadtteil-Management und die Überarbeitung des Bremer Einzelhandels- und Nahversorgungskonzeptes.

Als Delegierter des Handelsverbandes und Mitglied im Plenum der Handelskammer schaut der 42 Jahre alte Unternehmer beim Thema Einzelhandels- und Nahversorgungskonzept nicht allein auf Blumenthal, wenn er „dringend“ eine Überarbeitung fordert. „Es verhindert Investitionen in den Stadtteil Bremen-Nord. Es ist eine Katastrophe", formuliert er Nordbremer Interessen. Konkret kritisiert er die Vorgabe, dass großflächiger Einzelhandel über 800 Quadratmeter in Bremen-Nord nicht zulässig ist. Er erinnert an die Probleme der Elektronik-Kette Expert-Bening, die sich in der Vegesacker Heerstraße in Vegesack ansiedeln wollte und nicht durfte.

„Es gibt aber lauter Ausnahmen im Konzept“, kritisiert Witthus, Sonderstandorte wie den Weserpark oder die Waterfront. So eine Ausweisung als Sonderstandort, in dem großflächiger Einzelhandel möglich ist, fordert er auch für Bremen-Nord – und natürlich Blumenthal. „Dann könnte hier noch viel mehr möglich sein und es könnte das ermöglicht werden, was sich die Verbraucher wünschen.“

Dennis Witthus engagiert sich über Jahre, mit einer kurzen Unterbrechung, für die Kaufmannschaft im Stadtteil. Er ist im Vorstand von „Blumenthal aktiv“. Und er ist froh darüber, dass die Kommunalpolitiker die Probleme im Zentrum von Blumenthal – Leerstände, Abwanderung der Geschäftsleute, Gettoisierung, verfallenen Häuser – jetzt im Blick haben. „Dafür habe ich gekämpft. Die Probleme im Zentrum sind bei der Politik angekommen.“ Der Geschäftsmann, der seinen Betrieb in der dritten Generation führt, möchte aber vor allem nicht, dass Blumenthal nur auf das Zentrum reduziert wird.

Die negativen Nachrichten über das Zentrum breiten sich seiner Meinung nach wie ein Geschwür aus. Für eine Wiederbelebung bedürfe es nun ganz neuer Ideen. Als sehr hilfreich hierfür empfindet er ein professionelles Stadtteilmanagement, das mit öffentlichen Geldern bezahlt wird. Als Vorbilder hat er Vegesack und Hemelingen im Blick. Das Stadtteilmanagement müsste sich seiner Meinung nach darum kümmern, dass sich das Image des Stadtteils verbessert. Es müsste das Marketing für den Stadtteil übernehmen, Feste und Veranstaltungen organisieren und neue Ideen entwickeln. „Das geht nicht ehrenamtlich“, ist Witthus überzeugt.

„Blumenthal ist besser, als manch einer denkt“, sagt er und hat alle Ortsteile mit ihren unterschiedlichen Facetten im Blick. Lüssum sei auch nicht nur die Lüssumer Heide, spricht er die Stigmatisierung an. Ihm fällt eine ganze Menge Positives ein, unter anderem, wie der Stadtteil es geschafft habe, die Herausforderungen zum Thema Flüchtlinge zu meistern. „Blumenthal ist ein toller Stadtteil.“

Auch für das Müllerloch und das Gewerbegebiet Blumenthal hat er eine stetige Entwicklung ausgemacht. Beim Müllerloch verweist er auf die Neuansiedlungen, unter anderem des Drogeriemarkts DM. Im Gewerbegebiet Blumenthal hat nicht nur Dennis Witthus viel Geld in die Hand genommen, um die Verkaufsfläche seines Marktes um 800 Quadratmeter auf 3000 Quadratmeter zu erhöhen, den Laden von Grund auf zu modernisieren, zur Stromerzeugung eine Solaranlage anzuschaffen, eine Stromtankstelle einzurichten und weiteres Personal einzustellen. Der Fachmarkt mit dem ganz neuen Erscheinungsbild wird nach einer kurzen Schließung wegen der Bauarbeiten am Donnerstag, 29. September, wieder eröffnet. Auch Unternehmen in der Nachbarschaft haben kräftig investiert. Witthus verweist auf das nahe E-Center.

Als sehr positiv empfindet der Geschäftsmann auch den Bau neuer Reihenhäuser auf dem Dewers-Gelände. „Um ein wachsender Stadtteil zu werden, muss noch mehr Wohnungsbau betrieben werden.“ Sein Traum wäre es, wenn sich herumspräche, dass man in Blumenthal individuelle Wohnträume verwirklichen könne. Dann müssten Häuslebauer nicht ins Umland gehen.

„Das Zentrenkonzept verhindert Investitionen in den Stadtteil." Dennis Witthus

Quelle: Weser-Kurier, 19.09.2016

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